Tumor – und ein anderes Wort dafür macht es auch nicht besser (3)

Seit gestern ist mein Schwiegervater wieder zuhause. Die Strahlentherapie im Klinikum Darmstadt hat begonnen und er hatte bisher keine Probleme damit. Deshalb wurde er stationär entlassen. Er hat sich sehr gefreut, wieder zuhause zu sein. Nun werden wir sehen, wie sich die nächsten 5 1/2 Wochen anlassen. Leider gab es, bedingt durch das Cortison, dass er gegen die Schwellung im Gehirn nehmen muss noch eine unangenehme Nebenwirkung. Sein Blutzuckerspiegel ist drastisch erhöht. So muss er nun 2x täglich Insulin spritzen. Da er und meine Schwiegermutter damit überfordert sind, kommt täglich eine Dame von der Sozialstation um ihm das Insulin zu spritzen. Schauen wir mal, wie es weitergeht. Am Montag fahren mein Göga und ich die Schwiegereltern besuchen. Dann kann ich mir auch wieder einen persönlichen Eindruck verschaffen.

Tumor – und ein anderes Wort dafür macht es auch nicht besser

Schicksal – manchmal frag ich mich wirklich ob schon alles vorher bestimmt ist.

Vor etwas über einer Woche haben wir von meiner Schwiegermutter erfahren, dass es meinem Schwiegervater nicht gut geht. Die eingeleiteten Untersuchungen haben es heute Abend bestätigt: es ist ein bösartiger Gehirntumor. Eine Operation ist schwierig, zumal der Tumor auch nicht komplett entfernt werden kann und danach eh noch mit Bestrahlung und Chemotherapie behandelt werden muss. Die Frage ist jetzt: soll noch operiert werden oder nicht. Das werden wir morgen miteinander besprechen. Schwierig ist, dass mein Schwiegervater keine Entscheidung treffen kann, denn für ihn ist der Tumor scheinbar nicht existent. Er denkt, dass mit der Gewebeprobeentnahme das, was da nicht hingehört, schon raus genommen wurde. Wir wissen nicht, wieviel “Realität” er wirklich erkennt. Oder setzt da schon ein Schutzmechanismus ein? Keine Ahnung …

Wie auch immer, eine Entscheidung muss her und das wird nicht einfach.