Meine Gedanken zum Unglück in Japan – emotional und subjektiv

Seit Freitag Nachmittag kreisen meine Gedanken um fast nichts anderes mehr. Das Erdbeben der Stärke 9.0 auf der nach oben offenen Richter-Skala, die fürchterlichen Zerstörungen in Japan, die zusätzlich der Tsunami noch angerichtet hat und dann auch noch die atomare Katastrophe. Das ist alles zuviel, um es zu verarbeiten.

Und jetzt sitzen wir hier weit weg vom Ort des Geschehens. Aber das heisst ja noch lange nicht, das wir die Auswirkungen hier nicht zu spüren bekommen. Das interessiert mich jedoch erst mal zweitrangig.

Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, was die Menschen in Japan jetzt durchmachen. Und wenn man dann in den Nachrichten hört, dass die Japaner sehr ruhig und gefasst mit der Situation umgehen, mag man das gar nicht glauben. Hier sitz ich nun – hilflos, wie ich mit der Situation umgehen soll – für mich. Das hat Auswirkungen darauf, das ich mich zum Beispiel in Twitter zurückhalte mit meinen ach so alltäglichen Tweets über Biathlon, Katzen und sonstiges Allgemeines. Ich überlege schon, ob ich ein schlechtes Gewissen haben muss, wenn ich mich nicht oft genug über das Unglück äußere und im Netz nicht nach Links suche und diese dann in Twitter stelle um meine Betroffenheit und meinen Zorn zu zeigen. Oder ob ich ein schlechtes Gewissen haben muss, wenn ich zum Alltag übergehe.

Aber ich denke, das geht anderen wahrscheinlich ähnlich wie mir. Und das Schlimme oder auch das Gute ist: das Leben geht auf alle Fälle weiter. Ich bin nach wie vor sehr betroffen und die Bilder, die ich mir ansehe, sind so fürchterlich; da frag ich mich auch: wie kann da überhaupt jemand überleben. Meine Gedanken sind bei den Menschen in Japan. Ich hoffe sehr für sie, dass ein Leben nach dieser Katastrophe wieder möglich sein wird. Und ich hoffe noch eins sehr: das das Thema Atomenergie endlich vom Tisch gefegt wird und in erneuerbare Energien investiert wird. Seit Tschernobyl spätestens hätte das vorangebracht werden können … vielleicht klappt es jetzt!

Ein Gedanke zu „Meine Gedanken zum Unglück in Japan – emotional und subjektiv“

  1. Nein, Manuela,

    die ständigen öffentlichen Betroffenheitskundgebungen sind nicht das Maß aller Dinge.
    Ich bin betroffen, du bist betroffen, wir alle sind es- und nicht nur über das Elend in Japan. Trotzdem geht das Leben weiter. Irgendwie. Hier- und überall.

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